Montmartre 2026


Kunst für Jede und Jeden

Eine Idee ist erfolgreich wenn sich aus ihr eine Tradition entwickelt. Am Samstag den 22. August 2026 fand das Kunstevent Montmartre im Ratinger Arkadenhof bereits das 4. Mal statt und war trotz ungünstiger Wetterprognosen und einem kräftigen Regenschauer ein voller Erfolg. Am Ende schien sogar die Sonne. Montmartre, ein Kunstmarkt an einem idyllischen Ort, der zu Unrecht für viele Ratinger noch immer ein Geheimtipp ist. So freute sich auch Ratingens stellvertretender Bürgermeister Michael Droste in seinem Grußwort darüber, dass der Arkadenhof einmal im Jahr aus dem Dornröschenschlaf erwacht.


Die Idee zu diesem besonderen Event hatte Pauline Kugler 2022, nachdem die Kunstausstellungen in einem Ladenlokal am Arkadenhof wegen Neuvermietung aufgegeben werden mussten. Von Anfang an war das Interesse groß. 2026 waren 30 Kunstschaffende dabei, viele zum wiederholten Male. Außer Künstlern aus Ratingen zeigten auch Künstler aus Mettmann, Hilden, Haan, Düsseldorf und Langenberg ihre Arbeiten. Neben zahlreichen Bildern in unterschiedlichen Stilrichtungen konnten die Besucher auch Skulpturen aus Speckstein und Fundstücken, Schriftkunst, Cyanotypien und Papierarbeiten entdecken.
Kunst aus dem Elfenbeinturm zu befreien, ein niederschwelliges Angebot zu machen, Kunst sozusagen im Vorbeigehen zu entdecken ist für Pauline Kugler ein wichtiges Anliegen. Sie möchte Kunst allen Bürgern zugänglich machen. Die Ausstellenden sollen die Gelegenheit haben neue Kontakte zu knüpfen und das Miteinander als Bereicherung erleben.


Einem Kunstschaffenden bei der Arbeit zuzusehen und so das Entstehen eines Kunstwerkes mitzuerleben ist etwas anderes als ein fertiges Bild im Museum zu betrachten. Man kommt mit dem Künstler ins Gespräch über Techniken, Motive, Ziele. Bestenfalls bekommt man Lust selber kreativ zu werden. Auch dafür gab es reichlich Gelegenheit: Bei Eva Koch mit einem Angebot zum freien Malen, Gaby E. Funk mit der Möglichkeit zur Arbeit mit Speckstein. Petra Baierl unterstützte Besucher dabei Objekte aus Fundstücken aus der Natur zu erstellen und Ursula Pieper erklärte das Drucken mit Gelplatten. Vor allem Kinder nutzten die Gelegenheit. Insbesondere bei der Arbeit mit Speckstein zeigten viele große Ausdauer und Sorgfalt. Es machte auch den Anbietern der Workshops große Freude mitzuerleben wie sich kreative Ideen entwickelten. Am Ende gingen auch einige Erwachsene wie die Kinder stolz mit einem eigenen Kunstwerk nach Hause.


Eine besondere Verbindung zur Stadtgeschichte und dem Jahr des Stadtjubiläums bot das Objekt, das Pauline Kugler aus 75 Daumenabdrücken Ratinger Bürger erstellt hat. Die meisten davon waren bei Montmartre 2025 entstanden. Viele Besucher wunderten sich über die Vielfalt der Abdrücke und immer wieder konnte man beobachten wie intensiv nach dem eigenen Abdruck gesucht wurde.


Damit Montmartestimmung aufkommt benötigt es mehr als Kunst und ein passendes Ambiente. Ganz wichtig sind die Musik und das leibliche Wohl. Wie immer ließ Lothar Meunier mit seinem Akkordeon Frankreichgefühle aufkommen. Auch Svend Dunkhorst und das Storch Swingtett sorgte wieder für entspannte Stimmung. Am Weinstand von Monika Tolksdorf-Henkel erhielt man leckere Getränke und in der umliegenden Gastronomie konnte man stilgerecht seinen Hunger stillen.


©2026 Petra Baierl